Jubel beim TTC Wiehl: Die „Wheelers“, die 1. Rollstuhl-Tischtennismannschaft des TTC, sicherte sich am letzten Spieltag der Rollstuhl-Tischtennis-Bundesliga in Düsseldorf sensationell den zweiten Platz und damit die deutsche Vizemeisterschaft hinter dem ungeschlagenen Abonnementmeister Borussia Düsseldorf.

Für die Wiehler, die erst vor zwei Jahren den Aufstieg in die 1. Bundesliga schafften, ist dieser große Erfolg umso bemerkenswerter, da sie in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt nicht in Bestbesetzung antreten konnten. Da der junge Schwede Isak Nyholm familiär verhindert war, mussten die „Wheelers“ auf Routinier Charly Weber als Ersatzspieler zurückgreifen.
Die von Betreuer Tobias Ender gecoachten „Wheelers“ absolvierten in Düsseldorf insgesamt drei Matchs, wobei lediglich die Partie gegen den RSC Frankfurt um den belgischen Topspieler Bart Brands verloren ging (1:4). Dagegen behielten die Wiehler in den beiden Nervenschlachten gegen die TT Frickenhausen und gegen den RSV Bayreuth jeweils mit 3:2 die Oberhand. In beiden Spielen holte David Olsson zwei Einzelsiege und auch Charly Weber steuerte mit seinen hart erkämpften 3:2-Siegen gegen Jan Gurtler (Bayreuth) und Hakon Bjarkason (Frickenhausen) jeweils einen Punkt bei. Dafür erhielt er ein Extralob von Tobias Ender: „Mit seiner Erfahrung hat Charly bewiesen, dass er immer noch mit der internationalen Weltklasse mithalten kann.“ Damit sicherten sich die Wiehler in ihrer dritten Erstligasaison nach Platz drei im Vorjahr diesmal mit 20:8 Punkten hinter Titelverteidiger Borussia Düsseldorf (28:0) die deutsche Vizemeisterschaft und verwiesen den Lokalrivalen TuS Winterscheid und Vorjahresvizemeister TT Frickenhausen (je 18:10) auf die Plätze drei und vier, gefolgt vom RSC Frankfurt (14:14), RSG Koblenz, RSV Bayreuth (je 6:22) und Schlusslicht BSG Duisburg (2:26).
Für Charly Weber, der die Rollstuhlgruppe im TTC Wiehl erst Anfang 2018 ins Leben gerufen hatte, ist dieser größte Erfolg in der Vereinsgeschichte fast sensationell, denn zu Saisonbeginn hatte er noch tiefgestapelt: „In dieser starken und sehr ausgeglichen besetzten Klasse ist lediglich der Klassenerhalt unser Saisonziel.“ Aber das junge schwedische Duo im TTC-Trikot, David Olsson und Neuzugang Isak Nyholm, bewiesen im Laufe der Saison, dass sie zu der absoluten Weltklasse im Rollstuhl-Tischtennis zählen. Und das bewiesen sie im Laufe der Saison sehr eindrucksvoll, denn lediglich die beiden Düsseldorfer Silbermedaillengewinner der Paralympics 2024 von Paris, Thomas Schmidberger (24:0) und Valentin Baus (21:3) wiesen bessere Einzelbilanzen als die beiden Wiehler auf, die mit 21:7 (Olsson) bzw. 14:8-Siegen (Nyholm) die Plätze drei und vier belegten. In dem Zusammenhang erinnert Tobias Ender auch daran, dass Valentin Baus einer seiner drei Saisonniederlagen gegen David Olsson kassierte. Auch im Doppel gehörten Olsson/Nyholm mit 7:3-Siegen zu den Toppaarungen in der Bundesliga.

Auch TTC-Vorsitzender Michael Becher ist nach dem Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft stolz auf die kleine, aber sehr erfolgreiche Rollstuhlgruppe, die bekanntlich mit drei Mannschaften an den Punktspielen des Deutschen Rollstuhlsportverbandes (DRS) teilnimmt. Und in der laufenden Saison 2024/25 richtet der TTC Wiehl am Samstag, dem 26. April 2025, in der Sporthalle Bielstein noch einen Spieltag der 2. Bundesliga, Gruppe Süd, aus. Mit von der Partie dann auch die zweite Wiehler Mannschaft.
Die Rollstuhl-TT-Gruppe des TTC Wiehl ist eine Ansammlung von Spielern aus Deutschland, Schweden und den Nachbarländern Niederlande, Schweiz und Österreich, die in Wiehl die Wettkampfmöglichkeiten in der 1. und 2. Bundesliga und der Regionalliga suchen, da es in diesen Ländern keinen organisierten Spielbetrieb gibt. Dabei bestreiten die Aktiven die hohen Kosten (Fahrtkosten und Übernachtungen) überwiegend aus der eigenen Tasche, was Michael Becher und sein Vorstandsteam mit „hohem Respekt“ anerkennen. Dennoch ist der TTC Wiehl weiter auf der Suche nach Sponsoren, um die Belastungen der Rollis nach Möglichkeit in Grenzen zu halten – und auch langfristig erfolgreich Rollstuhltischtennis in der Ersten Bundesliga spielen zu können.
Der TTC Wiehl würde sich zudem sehr über neue Spielerinnen und Spieler für seine Rolli-Gruppe freuen (gerne auch Anfänger).
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