Acht Bands in acht verschiedenen Lokalitäten konnten die Besucher des Wiehler Kneipenbummels erleben – durch die unterschiedlichen zeitlichen Anfänge, war reinschnuppern durchaus bei allen Events des Abends möglich. Von Kölsch-Rock über Soul, Jazz, Blues, Techno bis hin zu Rock-Punk. Und viele neue Bands waren dabei. So mancher blieb einfach irgendwo hängen – teilweise weil die Musik besonders zusagte oder wie Klaus und seine Frau Bettina, die Bekannte trafen und sich bei der guten Musik im Feuerwache Wiehl festquatschten.

In der Feuerwache war es proppenvoll und es spielten diesmal „StockBrot“. Die Band holt mit ihrem Repertoire wirklich alle ab – so abwechslungsreich waren ihre Stücke Die Band wurde 2016 auf einem Weihnachtsmarkt in Reichshof Oberagger gegründet mit dem Ziel, ehrliche Lagerfeuermusik zu machen. Zu ihrer Stimmungsmusik aller Art gehört beispielsweise „Ich wollte dir nur mal eben sagen“. Bei „Wein & Tee“ gab es außer Wein und leckeren Häppchen natürlich auch Musik:„Wolter & Schruff“. Henning Wolter und Eddie Leo Schruff, zwei leidenschaftliche Musiker, die einen gemeinsamen musikalischen Weg gehen mit ihren eigenen Interpretationen berühmter Jazz-Standards und Rock- und Pop-Klassikern. Uli aus Wiehl stand mit einem Weißwein vor der Bühne und war begeistert von der chilligen Musik und wollte eigentlich noch weiter „Auf alle Fälle in die Posthalterei und unbedingt zum Seecafe – da werde meinem Ruf als Techo-Opa gerecht“. Alles konnte man in der City relativ fußläufig erreichen, aber die Feuerwehr war auch besonders im Einsatz mit einem Shuttelebus. „Super ist das hier mit dem Shuttle“ so Marlene, die das verbinden der Einzelkonzerte zu einem großen Ganzen besonders klasse fand. „Überall mal reinhören und gucken wo was los ist und sich treiben lassen“, schwärmte sie. Auch Bürgermeister Ulrich Stücker hatte sich unters Volk gemischt und stellte fest:“ Überall sind die Menschen gut gelaunt“.

Im Waldhotel ließen sich „La Mätta“ auch nicht die gute Laune vermiesen, als zwischenzeitlich wenig Publikum da war. Bei Ihnen wurde es nicht weihnachtlich, auch wenn die Band „La Mätta“ hieß und draußen die Eisheiligen für uselige Kälte sorgten. Und sie spielten auch nicht hinterm Lamettavorhang, der eingekölscht ihr Namensgeber war. „Musik för üch vun uns!“ mit eigenen kölschen Texten – humorvoll und kritisch – auf bekannte Hits geschrieben, aber auch eigene Melodien – das ist das Rezept der Kölner Band. So „Dat kölsche Hätz“ – schön eingängig und fast zum Schunkeln. Und das Ganze im “KölschFolk-Stil” von einer sehr sympathischen Band, die die Gäste musikalisch in die „Sauna“ mitnahm und auch BAPs „Do kannst zaubere“ drauf hatten. „Hair by Charline“ hatte den Friseurladen nicht für einen neuen Haarschnitt auf, sondern für das „Nicole Kröger Duo“. Wieso gerade hier? Charline war selbst Gesangsschülerin bei Nicole Kröger, die in der Musikschule der Homburgischen Gemeinden unterrichtet. „Sister“ soft und soulig gesungen und sanft mit Gitarrenklängen begleitet vom Gitarristen Blue George. Amy Whinehouse konnte Nicole Kröger natürlich auch grandios oder auch das „Halleluja, I just love her so“. Eigentlich viel zu schade um weiterzuziehen.

Dann weiter in der Posthalterei mit „Wounded Knees“, die einen Stilmix mit auch weniger bekannten Funk, Soul, Jazzrock – u. Rocksongs der vergangenen Jahrzehnte spielten. Nach einer kurzen Pause legte erstmal der Schlagzeuger Matthias Bosbach alleine los und das entwickelte sich mit den anderen Musikern zu einem coolen Sound. Fünfstimmig mit pulsierende Drums, dynamischem Bass und guter Laune, das steckte die Gäste auch an. Wer eine dynamische Mischung aus House, Techno und aktuellen Clubhits liebt, war bei „DJ Zeppi“ am Seecafé richtig. Mit einer energiegeladenen Show frischen Sound und pulsierende Beats die im Wiehlpark erschallten. Und noch ein anderes Genre dann im „Sümpfchen“. Hier trat die Nümbrechter Band „Knocking Dog“, bestehend aus den vier Brüdern Matthias, Sebastian, Raphael und Michael, die ihre Leidenschaft für kraftvollen, ehrlichen Rock teilen, auf. „Ich sehe sogar Leute vom Orga Team“, so einer der Brüder und „schön, dass ihr das auf die Beine gestellt habt und auch, dass ihr uns eingeladen habt“. Ihre Musik war wirklich Hardcore, aber normal für den Music-Act in dieser Location. Und das zeigt: es ist wirklich für jeden was dabei. Ganz anders im Burgwerk. „Sleepwalking“, ein junges Duo, das beispielsweise ein „In your head“ mit viel Gefühl vortrug. Auch „Firework“ war herzerwärmend-hervorragend. Das klassische Akustik-Duo präsentierte ein sorgfältig ausgewähltes Programm mit bekannten Rock- und Pop-Songs der 90er- und 2000er-Jahre. Richtig schön zum Ausklang des musikreichen abends. Rund 600 Karten bzw. Bändchen konnten trotz des oberbergischen Wetters verkauft werden – offensichtlich ließen sich nur wenige davon abschrecken.
Vera Marzinski
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Fotos: Christian Melzer



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