Millimeterarbeit für kurze Wege

Neue Brücke an alter Stelle: Zwischen Brucher Straße und Wheelpark steht nun wieder der gewohnte kurze Weg zur Verfügung. Die Verbindung über die Wiehl ist jetzt offiziell freigegeben worden.

Vertreter von Stadt, Planungsbüro, Bauausschuss und Bauunternehmen gaben offiziell die neue Brücke über die Wiehl frei. Foto: Stadt Wiehl

Das Bauwerk aus Aluminium dient dem Fußgänger- und Radverkehr und ist mit 2,50 Metern deutlich breiter als der Vorgängerbau. Zudem wurde die neue Brücke für eine höhere Belastung ausgelegt: Jetzt können Pflegefahrzeuge mit einem Gewicht bis 3,5 Tonnen darüber fahren. Die Spannweite beträgt 19 Meter. Zudem verfügt die Brücke jetzt über ein Schutzgeländer in Höhe von 1,30 Metern: als Schutz für Radlerinnen und Radler.

„Es gibt auch Brücken, über die man sich freuen kann“, bemerkte Bürgermeister Ulrich Stücker augenzwinkernd vorgestern beim Pressetermin vor Ort, mit einem Seitenblick auf die Wiehltalbrücke der A 4. Die neue Brücke stelle eine wichtige Verbindung zwischen dem Parkplatz an der Brucher Straße und der Skate-Anlage Wheelpark dar – und darüber hinaus. „Es handelt sich hier um eine sinnvolle Investition in die Attraktivität des Wiehlparks insgesamt“, so der Bürgermeister.

Die Frage: Können wir uns das noch leisten? habe der Rat mit „ja“ beantwortet und die nötigen Mittel bewilligt. „Wir möchten den Park immer wieder weiterentwickeln, damit er dauerhaft einen einladenden Eindruck macht“, sagte Ulrich Stücker und betonte, dass Gartenteam und Bauhof viel Herzblut in die Pflege der Anlage steckten. Er dankte allen am Brückenprojekt Beteiligten, darunter dem planenden Ingenieurbüro Donner & Marenbach sowie dem Wendener Unternehmen Schmidt Tief- und Straßenbau.

„Der Bau war Millimeterarbeit“, stellte Pascal Hilgenberg fest, Leiter des Fachbereichs Tiefbau der Stadt. Die neuen Widerlager mussten exakt gesetzt werden, damit die Fertigteilbrücke auch genau darauf zu liegen kam. Am Ende konnte bei einer Kontrollmessung lediglich eine unproblematische Abweichung von wenigen Millimetern festgestellt werden, lobte Hilgenberg die Leistung der Firma. Die alte Holzbalkenbrücke war zuvor vollständig abgerissen worden samt den Widerlagern. Eine Reparatur kam aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht in Frage.

Bei der jetzigen Konstruktion handelt es sich um eine Fachwerktrogbrücke. Darunter wird eine spezielle Brückenbauform verstanden, bei der die Fahrbahn oder der Gehweg unten liegt und trogförmig zwischen zwei seitlichen Hauptträgern aus Fachwerk eingebettet ist. Diese Konstruktion kombiniert die hohe Tragfähigkeit und Materialeffizienz eines Fachwerks mit den Vorteilen einer geringen Konstruktionshöhe unterhalb der Fahrbahn.

Auch die Sanierung der Bruchsteinverblendungen gehörte zu der Maßnahme, die im April dieses Jahres begonnen hatte und für die eine Investition von 380.000 Euro nötig war. Mit der Öffnung der Brücke für den Verkehr gibt es also auch an dieser Stelle wieder die für Wiehl typischen kurzen Wege. Freuen können sich vor allem die Skaterinnen und Skater sowie die Gäste des Spielplatzes auf der anderen Wiehlseite.

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