„Vive l´ amitié franco-allemande“- 25 Jahre Städtepartnerschaft Wiehl-Hem

Ganz im Zeichen der Feierlichkeiten der 25-jährigen Partnerschaft der Städte Wiehl und dem nordfranzösischen Hem stand das vergangene Wochenende. Rund 80 Gäste aus dem französischen Departement Nord hatten die 380 Kilometer lange Busanreise auf sich genommen, um die, über die Jahre mit den Wiehlern gewachsene Freundschaft, ausgiebig zu begehen.

Foto: Christian Melzer

War eine Vorhut „alter Hasen“ bereits am Freitagabend mit privaten PKWs eingetroffen, erreichte der Großteil der Reisegruppe am Samstagmittag das Bielsteiner Burghaus. Mit dabei zwölf Mitglieder des Hemer Jugendparlamentes, ein Brass Ensemble unter Leitung von Patrick Salmon, Abordnungen ihrer Partnerkommunen aus dem portugiesischen Aljustrel und dem britischen Mossley, sowie Vertreter der Wiehler Partnerstädte aus dem rumänischen Bistritz und dem sächsischen Crimmitschau.

Nach dem herzlichen Willkommen, dem Austausch erster „bises“ und dem Mittagssnack verteilten sich die Gäste auf ihre etwa 50 Gastfamilien. Bei der nachmittäglichen Brauereiführung im Bielsteiner Erzquell Brauhaus warf die internationale Gästeschar einen Blick hinter die Kulissen der heimischen Braukunst und hatte die Gelegenheit sich bei einer Verkostung von der Qualität des erfrischenden Endproduktes zu überzeugen. Parallel dazu machten die Teenager des Jugendparlaments einen Abstecher in Wiehls „Unterwelt“, erkundeten bei einer Exkursion die verwinkelten Gänge und interessanten Kalksteinformationen in der Tropfsteinhöhle.

Im Rahmen des großen Festabends in der Wiehltalhalle hießen Bürgermeister Ulrich Stücker und die Vorsitzende des Deutsch-Französischen Partnerschaftsvereines Wiehl-Hem, Dr. Ane Schmitter, alle Besucher herzlich willkommen und luden nach dem Sektempfang ein zum lockeren Kennenlernen bei abwechslungsreichem Programm. Als Stimmungsgarant, geschmückt in schwarz-rot-gold und blau-weiß-rot, brachte Hems ehemaliger Bürgermeister Francis Vercamer die Versammlung mit einer groß angelegten Polonaise auf Trab.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Chor des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums unter Leitung von Christof Berg und das französische Bläserensemble, unter Dirigat von Musikschuldirektor Patrick Salmon. Ehrensache, dass zur „Silberhochzeitsfeier“ der Städtepartnerschaft auch die französische Marseillaise, die deutsche Nationalhymne, sowie die Europahymne zu Gehör gebracht wurden. Eine Fotoausstellung aus den vielen Jahren der Partnerschaft, mit ihren zahlreichen Besuchen, Gegenbesuchen, dem regelmäßigen Schüleraustauch und den Begegnungen auf sportlicher und kultureller Ebene, rief die besonderen Momente des binationalen Miteinanders nochmal in Erinnerung und sorgte so für amüsante Déja-vus und jede Menge „Weißt du nochs?“.

Erst weit nach Mitternacht verließen die letzten Tänzer das Parkett, endeten die angeregten Gespräche und auch die letzten Nachtschwärmer traten den Heimweg an.

Unter Beifall des zahlreich anwesenden Publikums enthüllte Ulrich Stücker, zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Pascal Nys, am Sonntagmorgen das neue Partnerschaftsschild, das im Wiehler Zentrum Auskunft über sämtliche Wiehler Partnerstädte gibt. Als Höhepunkt des deutsch-französischen Jubiläumswochenendes feierte die Festgemeinde in der evangelischen Kirche einen ökumenischen Gottesdienst, in dem bilingual gesungen und gebetet wurde.

Diakon Alexander Frey (katholische Kirche), Pfarrerin Judith Krüger (evangelische Kirche) und Pfarrer Daniel Marsic (EFG-Wiehl-Hüttenstraße) betonten die außerordentliche Wichtigkeit von Begegnungen zwischen Völkern und Generationen, denn auch Gottes gute Verheißungen für seine Menschen hätten Gültigkeit über alle Grenzen hinweg.

In seiner Ansprache richtete Ulrich Stücker seinen besonderen Dank an die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, Dr. Ane Schmitter und Maggy Ducoin, deren langjähriges, ehrenamtliches Engagement nicht nur zum Wachsen einer nachhaltigen Völkerverständigung, sondern auch zu einem rundum gelungenen Jubiläums-Wochenende beigetragen habe. „Das europäische Haus hat viele Zimmer“, machte er hinsichtlich der unterschiedlichen Partnerschaftsverbindungen von Wiehl und Hem deutlich. Gleichzeitig warnte er vor zunehmenden Nationalismus und wachsenden internationalen Herausforderungen, die aktuell die Einheit Europas bedrohten. „Die Erlangung europäischer Identität muss das Ziel aller politischen Bemühungen sein und von den Menschen aktiv gelebt werden“, stellte er die enorme Relevanz von Städtepartnerschaften, gerade in der Gegenwart, heraus. Pascal Nys machte deutlich, dass das Wiehl-Hemer Stadtjubiläum bemerkenswerterweise zusammenfalle mit dem 100-jährigen Ende des Ersten Weltkrieges und dem 55. Jahrestag des Élysée-Vertrages, „der die Freundschaft zwischen unseren Ländern begründet hat“. Dieser Wille zum Frieden müsse unter den Völkern verbreitet werden, wozu gerade die Städtefreundschafts-Komittées einen wesentlichen Beitrag leisteten. Übereinstimmend mit ihrer Kollegin Ane Schmitter bezeichnete Maggy Ducoin das Wesen des Austauschs als authentisch, vertrauensvoll und herzlich, bevor sie sich mit „Vive l‘ amitié franco-allemande“ verabschiedete.

Anschließend unterzeichneten die Bürgermeister eine Urkunde, mit der die Partnerschaft symbolisch erneut bekräftigt und der Verbundenheit zwischen Wiehl und Hem ein weiteres Mal Nachdruck verliehen wird. Nach einem Jubiläumswochenende voller charmanter Kontakte, interessanter Gespräche, jeder Menge gemeinsamen Erlebens und dem letzten „Déjeuner“ mit „ihren“ Familien traten die französischen Freunde am Nachmittag die Rückreise in ihre Heimat an.

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Fotos: Christian Melzer

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