Wiehl-Gespräche mit neuem Dorfprogramm

Im Rahmen der von der Stadtverwaltung initiierten, fortlaufenden Dialogreihe „Wiehl-Gespräche“ waren am 4. Juli 2018 etwa 120 Wiehler Ortsbeauftragte, Vorsitzende von Heimat-, Dorf- und Verschönerungsvereinen und Vertreter der Kirchen in die Wiehltalhalle gekommen, um sich über zukunftsfähige Strategien für ihre Wohnorte zu beraten.

Foto: Christian Melzer

Schreitet die innerstädtische Entwicklung mit Umsetzung der Integrierten Stadtentwicklungskonzepte kontinuierlich voran, gilt es für die Verwaltung, die dörflichen Strukturen der 61 Wiehler Außenorte und Siedlungsgebiete nicht aus dem Blick zu verlieren. „Die Attraktivität des ländlichen Raumes soll gestärkt werden und die Balance zwischen dem Zentrum und den Dörfern gewahrt bleiben“, machte Bürgermeister Ulrich Stücker deutlich und hob die enorme Bedeutung des Ehrenamtes als Grundgerüst für das gesellschaftliche Leben der Dorfgemeinschaften hervor. „Wir möchten wissen, was wir für Sie und Ihren Ort tun können, möchten erfahren, was Sie für Ihr Ehrenamt brauchen“, bat er um rege Beteiligung am Meinungsaustausch zu den zentralen Themen des Abends, „Zukunft Dorf“ und „Zukunft Ehrenamt“.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte die Kommunikationsexpertin Elke Frauns das neu aufgelegte „Wiehler Dorfprogramm“ vor, das als kommunales Unterstützungsprogramm für die Zukunftsentwicklung der Dörfer und zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements gedacht ist. Unter aktiver Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern möchte das Wiehler Dorfprogramm mit einem jährlichen Budget in Höhe von 20.000 Euro die Aktivitäten und Ressourcen in Vereinen, Nachbarschaften, Arbeitsgruppen und Initiativen unterstützen. Ausgenommen sind hier die Zentren Wiehl, Bielstein und Drabenderhöhe, denen eine Sonderrolle in der städtebaulichen Entwicklung zukommt. „Sei es die Spülmaschine im Vereinsheim oder die Verschönerungsmaßnahme am Dorfplatz – alles, was einem guten Zusammenleben dient, kommt für das Förderprogramm in Frage“, erläuterte Elke Frauns, dass es sich um eher kleinteilige, aber flexible finanzielle Zuschüsse handelt. Die Untergrenze einer Förderung liegt bei 300 Euro, die Obergrenze bei 2.000 Euro. Da es sich hierbei um öffentliche Gelder handelt, bedarf es einer akribischen Dokumentationspflicht. Die Projekte dürfen keine kommerziellen Zwecke verfolgen und bis dato noch nicht begonnen worden sein. Nicht gefördert werden laufende Betriebs- und Sachkosten oder die Personalkosten der Antragsteller, ebenso wenig wie Projekte, die außerhalb der Dörfer liegen oder Kosten, die nicht im Zusammenhang mit dem konkreten Unterfangen stehen. Stichtage für die Antragstellung sind im laufenden Jahr der 1. Oktober und der 15. November, in 2019 gelten der 15. Januar, der 15. Mai und der 15. September als Fristen. Ab sofort steht auf www.wiehl.de eine interaktive PDF-Datei des Projektbogens zur Verfügung, wo alle Angaben zur Antragstellung gemacht werden können. Nach Eingang aller Anfragen entscheidet eine paritätisch besetzte Dorf-Jury, bestehend aus fünf Bürgerinnen und Bürgern aus fünf Dörfern, sowie drei Vertretern der Stadt Wiehl über Förderwürdigkeit und Verteilung der finanziellen Mittel. „Für dieses Jahr ist noch viel Geld im Topf“ ermunterte die Moderatorin alle Teilnehmer der Wiehl-Gespräche, sich rege an der Ideenfindung zum Wiehler Dorfprogramm zu beteiligen.

Per Losverfahren eingeteilt in zehn Arbeitsgruppen entstand anschließend an den Tischen ein intensiver Austausch mit produktiven Gesprächen, die von etlichen Wiehler Ratsmitgliedern, Vertretern des Oberbergischen Kreises, der Regionale 2025, Repräsentanten des Regionalmanagements LEADER Region Oberberg, Mitarbeitern der Initiative Bürgerbus Reichshof und den Vertretern der Kirchen mit inspiriert wurden. Als wichtige Handlungsfelder hinsichtlich von „Zukunft Dorf“ kristallisierten sich die Themen Mobilität, DSL, Wohnformen für alle Generationen, die Pflege von öffentlichen Plätzen und Wegen, Spiel-und Begegnungsplätze, der Einkauf vor Ort, eine digitale Plattform zur Vernetzung aller Dörfer und der Rückbau von erdrückender Bürokratie heraus. Gerade dieses Thema stand auch ganz oben auf der Prioritätenliste von „Zukunft Ehrenamt“. Viele bürgerschaftlich engagierte Akteure drängten auf einen Expertenpool zu Rechtsfragen und Unterstützung bei der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung. Die verstärkte Würdigung des Ehrenamtes, Anreize zur Nachwuchsrekrutierung und die Pflege dörflicher Traditionen standen zudem auf der Wunschliste. Die Ergebnisse und Impulse der Tischgruppen-Arbeit werden im Nachgang von der Stadt Wiehl ausgewertet und zusammengefasst. Sie dienen als Grundlage für die weitere Arbeit im Bereich der Dorfentwicklung. Bürgermeister Ulrich Stücker dankte für die konstruktiven Zukunfts-Diskussionen, die vielschichtige Perspektiven zur Dörfer-Förderung offenbart hätten. „Wir bleiben weiter im Gespräch und gehen diesen Weg als Bürger und Verwaltung gemeinsam“, stellte er die Fortsetzung der Dialogreihe für die zweite Jahreshälfte in Aussicht.

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Fotos: Christian Melzer

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