Neues Gesicht für den Schulhof der Zukunft

In diesem Sommer nimmt das Projekt „Klimaschulhof“ Gestalt an: Gestern sind die NaturErlebnisTage 2026 mit einer symbolischen Aktion auf dem mittleren Schulhof am Schulzentrum Bielstein gestartet.

 Mit einer symbolischen Aktion am Schulzentrum Bielstein ist gestern die Umsetzung des Projekts „Klimaschulhof“ gestartet – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie die Vertreter der Stadtverwaltung um Bürgermeister Ulrich Stücker blicken gespannt dem Ergebnis entgegen. Foto: Christian Melzer

Die Ideen zur klimagerechten Umgestaltung des Schulhofs stammen von den Schülerinnen und Schülern selbst. So wünschten sie sich, dass eine Böschung vielfältiger gegliedert werden sollte. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz haben zwei Schülerinnen des MINT-Kurses der Sekundarschule, Charlotte Gebser und Alexandra Hlushchenko, ihre Vorstellungen in ein Bild einfließen lassen, das die Böschung mit abwechslungsreicher Bepflanzung zwischen Findlingen zeigt. Dieser Vorschlag geht nun in die konkrete Umsetzung: In den Sommerferien beginnen die Arbeiten.

Bürgermeister Ulrich Stücker gefiel das Konzept der Jugendlichen und fand es besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch beteiligt sind, sondern die Ideen auch konkret umgesetzt werden. „Bringt Euch weiter ein“, rief er sie auf und wies darauf hin, dass die Böschung mit Fertigstellung zudem als „Grünes Klassenzimmer“ genutzt werden kann – also für Unterricht unter freiem Himmel.

Auch der städtische Klimamanager Torsten Richling betonte, wie ernst die Vorschläge der Jugendlichen genommen werden. „Ihr habt viele Ideen entwickelt, die wir an die Fachplanung weitergeben können, damit wir wissen, in welche Richtung es gehen soll“, sagte er. Das kommunale Klimawandelanpassungskonzept nehme die Schulhöfe mit in den Blick, die auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden sollen. „An den Grundschulen sind bereits einzelne Maßnahmen erfolgt und beim Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium werden die Erfordernisse an die Schulhöfe bei der Neuplanung mit berücksichtigt“, ergänzte der Bürgermeister.

Insgesamt sollen die Wiehler Schulhöfe Lern- und Aufenthaltsorte sein, die dem Klimawandel entsprechen und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Die Arbeiten zur Umgestaltung der Schulhofböschung wird das Wiehler Gartenbauunternehmen Peter Eyberg in den Sommerferien ausführen. Parallel dazu erarbeitet die Bergische Agentur für Kulturlandschaft einen Bepflanzungsplan zur Förderung der biologischen Vielfalt. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der TOB kommen die Pflanzen dann in die Erde – voraussichtlich ab etwa Ende September. Die bereits vorhandenen Bäume bleiben erhalten. Rund 40.000 Euro werden in die Maßnahme investiert.

Dieser erste Bauabschnitt ist der Beginn einer Generalplanung für die Schulhöfe im Schulzentrum Bielstein. Bereits in diesem Frühling hatte es an der TOB- Sekundarschule einen Workshop gegeben, der sich um die Frage drehte: Wie sollten die Schulhöfe in Zukunft vor dem Hintergrund des Klimawandels aussehen? „Wir haben die Jugendlichen mit ins Boot geholt und ihre Kreativität geweckt“, berichtete Axel Hemcke, Lehrer des MINT- Kurses, wobei die vier Buchstaben für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik stehen. Die Schülerinnen und Schüler waren aufgerufen, „mit den Händen zu denken“ und entwarfen mit Naturmaterialien Modelle für den Schulhof. Aktuell läuft die Suche nach einem Planungsbüro, das die Ideen der Schülerschaft in der Fachplanung aufgreifen soll. Darüber hinaus wird die Stadt Fördermöglichkeiten für die Projekte zum Klimaschulhof erkunden.

Nach dem Start am Montag bieten die NaturErlebnisTage 2026 in dieser Woche vielfältige Veranstaltungen. Bürgermeister Ulrich Stücker lobte das Programm. „Man muss die Natur erleben, um sie zu schützen“, unterstrich er und lud dazu ein, die Angebote wahrzunehmen. Dazu gehört auch eine Naturerlebnis-Radtour am kommenden Sonntag, bei der die Naturlandschaft rund um Wiehl erkundet wird. Das vollständige Programm kann hier heruntergeladen werden.

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