Immobilienmarkt im Oberbergischen: Weniger Verkäufe und sinkende Umsätze, Bauland wird günstiger, Neubauwohnungen teurer

Der Immobilienmarkt im Oberbergischen Kreis hat im ersten Halbjahr 2026 an Dynamik verloren. Sowohl die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge als auch der damit erzielte Geldumsatz gingen gegenüber dem Vorjahr zurück. Während Bauland und viele Einfamilienhäuser günstiger wurden, verteuerten sich insbesondere neu gebaute Eigentumswohnungen deutlich.

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Bis Ende Juni wurden dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Oberbergischen Kreis insgesamt 1.366 notarielle Kaufverträge zur Auswertung vorgelegt. Das waren sechs Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Der Geldumsatz aus den ausgewerteten Verträgen belief sich auf rund 278 Millionen Euro und lag damit etwa acht Prozent unter dem Vorjahreswert.

Deutlich gesunken sind die Preise für baureife Grundstücke mit einer Größe zwischen 300 und 1.300 Quadratmetern. Im Durchschnitt kostete Bauland zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die verkauften Grundstücke waren kleiner: Die durchschnittliche Bauplatzgröße betrug rund 670 Quadratmeter und lag damit sieben Prozent unter dem Vorjahreswert.

Am teuersten blieb Bauland im Nordkreis mit Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth und Lindlar. Dort wurden durchschnittlich 180 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise rund 120.000 Euro für einen Bauplatz gezahlt. Im Mittelkreis mit Marienheide, Gummersbach, Engelskirchen und Wiehl lag der Durchschnittspreis bei 155 Euro pro Quadratmeter und insgesamt etwa 105.000 Euro. Im Südkreis mit Bergneustadt, Reichshof, Nümbrecht, Morsbach und Waldbröl kostete ein Bauplatz durchschnittlich rund 85.000 Euro beziehungsweise 125 Euro pro Quadratmeter.

Bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern zeigte sich ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Im Nordkreis stieg der durchschnittliche Kaufpreis um drei Prozent auf rund 350.000 Euro. Im Mittelkreis wurden durchschnittlich 285.000 Euro gezahlt, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Im Südkreis sank der Durchschnittswert um vier Prozent auf etwa 250.000 Euro. Kreisweit ergibt sich daraus ein leichter Preisrückgang von rund einem Prozent.

Diese Durchschnittswerte lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres auf einzelne Häuser übertragen. Der tatsächliche Kaufpreis hängt unter anderem vom Baujahr, der Lage, dem baulichen Zustand, der Grundstücksgröße und der Ausstattung ab. Eine genauere Einschätzung ermöglicht der Immobilienpreiskalkulator des Landesportals Boris.NRW. Dort können die individuellen Merkmale eines Ein- oder Zweifamilienhauses beziehungsweise einer Eigentumswohnung berücksichtigt werden. Die Daten werden jährlich aktualisiert.

Eine gegenläufige Entwicklung gab es bei neu gebauten Eigentumswohnungen. Hier stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis um zwölf Prozent auf 4.270 Euro. Bei gebrauchten Wohnungen hing die Preisentwicklung stark vom Baujahr ab. Für Wohnungen aus den Jahren 1950 bis 1974 wurden durchschnittlich 1.520 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Wohnungen der Baujahre 1975 bis 1995 verteuerten sich dagegen um 13 Prozent auf durchschnittlich 2.110 Euro pro Quadratmeter. Für Wohnungen, die zwischen 1996 und 2021 gebaut wurden, lag der Durchschnittspreis bei 2.900 Euro pro Quadratmeter und damit acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch bei Eigentumswohnungen haben Lage, Bauqualität und Ausstattung erheblichen Einfluss auf den tatsächlichen Wert.

Auf dem Markt für land- und forstwirtschaftliche Flächen entwickelten sich die Preise ebenfalls unterschiedlich. Landwirtschaftlich genutzte Grundstücke wurden im Durchschnitt für 1,65 Euro pro Quadratmeter verkauft. Dieser Wert lag etwa zehn Prozent über dem aktuellen Bodenrichtwert. Für Laubwald wurden durchschnittlich 1,05 Euro pro Quadratmeter gezahlt, 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Mischwald kostete im Schnitt 1,10 Euro pro Quadratmeter und damit vier Prozent weniger. Für Nadelwald lagen lediglich neun Kaufverträge vor. Der durchschnittliche Preis betrug ebenfalls 1,05 Euro pro Quadratmeter und lag 19 Prozent unter dem Vorjahreswert. Waldflächen ohne Baumbestand kosteten unverändert rund 50 Cent pro Quadratmeter.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr elf Prozent weniger bebaute Grundstücke verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen ging um neun Prozent zurück. Bei den Bauplätzen war dagegen ein Anstieg zu verzeichnen: Hier wurden 14 Prozent mehr Verkäufe registriert. Die Zahl der veräußerten land- und forstwirtschaftlichen Flächen sank leicht um zwei Prozent.

Die Halbjahresbilanz zeigt damit einen Immobilienmarkt, auf dem Käufer und Verkäufer weiterhin vorsichtig agieren. Von einer einheitlichen Preisentwicklung kann jedoch keine Rede sein: Während Bauland und ältere Häuser vielerorts günstiger wurden, müssen Käufer für neue und jüngere Eigentumswohnungen deutlich tiefer in die Tasche greifen.

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